Archiv der Kategorie 'Allgemein'

Next stop: Open-Air, bitte sehr!

Am 25. & 26. August sind wir in Lauscha!

KüfA am 25. Februar im Kulti Rauenstein

Wir sind am 25. Februar im Kulti Rauenstein am Start! Mit dabei sind ERSATZKOPF, Björn Peng, Haddocks und Blockwart & Basur!

KüfA* in Erfurt: Suppen-, WG-, Armen- oder politische Küche!?

Einige waren schon einmal da, andere haben schon mal von gehört, wieder andere können sich eine Woche ohne KüfA* gar nicht vorstellen. Aber was ist das eigentlich? Sitzen da nur irgendwelche Leute zusammen und kochen kostengünstig für sich? Und warum gibt es sie eigentlich schon so lange? Im folgenden Interview mit Klara KüfA* findet ihr den Versuch, Sinn und Zweck der Gruppe auf den Grund zu gehen.

In der letzten Lirabelle hieß es, Küchen für Alle seien Suppenküchen. Ist das denn bei euch auch so?

Klara KüfA*: Natürlich kochen wir auch mal eine Suppe, das heißt aber noch lange nicht, dass die Erfurter Küche für Alle* (KüfA*) eine reine Suppenküche ist. Beispielsweise zaubern wir auch mal veganen Gulasch mit Rotkohl und Klößen oder praktizieren ein rundes Buffet mit warmen und kalten Speisen. Auch kochen wir nicht, um preisgünstige Mahlzeiten an Menschen mit geringen finanziellen Mitteln ausgeben zu können. Uns geht es um etwas ganz anderes: Die KüfA* ist eine Mitmachküche, in der zusammen vegan gekocht und ein Austausch zwischen den Anwesenden sowie eine Politisierung angeregt wird. Es ist aber kein „Muss“ über politische Themen zu diskutieren, es passiert nur oft automatisch, da schon die vegane Ernährungsweise genügend politischen Gesprächsstoff bietet. Richtig ist aber, dass Leute mit wenig Geld günstig oder auch kostenlos essen und sozialen Kontakt pflegen können. Das ist möglich, da die KüfA* solidarisch organisiert ist, sich unsere Besucher*innen zwar an einer Spendenempfehlung orientieren, aber auch mehr oder weniger geben können.

Grundsätzlich ist die KüfA* ein offener Raum für Alle, der aber keinen Platz für rassistische, sexistische etc. Diskriminierungen bieten möchte. Die KüfA* will Leute mitnehmen und zum selbstständigen Denken anregen und nicht in ein ideologisch vorgeprägtes Muster stoßen. Das versuchen wir, indem wir regelmäßig durch Koch- und Soliaktionen sowie Leihgaben politische Veranstaltungen und Projekte unterstützen. Wir haben uns beispielsweise bei Workshops/Vorträgen zu Themen wie Racial Profiling, NSU und Antimilitarismus engagiert, Soliaktionen für Prozess- und Abschiebekosten gestartet, bei AktionsKüfA*s und Festen wie dem Wagenplatzfestival, Care Revolution sowie zum Sommerfest der Kommune Kromsdorf die leeren Bäuche der Gäste gefüllt oder unsere Kochutensilien für unterschiedliche Aktionen wie dem Hilfskonvoi Idomeni zur Verfügung gestellt. Dazu findet die Erfurter KüfA* regelmäßig, immer dienstags ab 18 Uhr an unterschiedlichen Orten statt. Häufig kochen wir jedoch im neuen “Veto“, in dem wir ein neues Zuhause für die KüfA* gefunden haben.

Und worum geht es euch im Kern?

Klara KüfA*: Es macht einfach Spaß, zusammen immer wieder neue Mahlzeiten zu kreieren. Die KüfA* ist ein Ort zum Treffen, Abhängen und Austauschen. Wir finden uns zusammen, entwerfen Rezepte, kaufen ein und verwenden wenn möglich Lebensmittel, die der Handel aus dem Verkehr gezogen hat, schnippeln, kochen und mampfen mit Besucher*innen, verursachen i.d. Regel riesige Abwaschberge und nutzen dabei die Gelegenheit, politisches Engagement mit Köstlichkeiten zu verbinden.

Gibt es einen Haken an der KüfA* oder was seht ihr kritisch?

Klara KüfA*: Einen Haken sehe ich nicht unbedingt, aber es gibt auch zu beachtende Besonderheiten. Beispielsweise ist die KüfA* auf freiwilliger Basis organisiert. Das bringt viele schöne Seiten hervor, trägt aber auch dazu bei, dass wir nicht überall teilnehmen können oder stetig erreichbar sind. Gerade im Sommer sind viele unterwegs, engagieren sich bei anderen Projekten oder wollen auch mal nichts tun. Hinzu kommt, dass wir durch den Umzug in die neuen Räumlichkeiten die großartige Möglichkeit haben, diese ganz neu zu gestalten, aber dadurch auch Kochlöffel und Hammer abwechselnd schwingen. Das alles trägt auch mal dazu bei, dass die KüfA* ab und an nicht wöchentlich umgesetzt wird oder Ort und Zeit erst spät mitgeteilt werden.

Auch fehlt uns noch ein Selbstverständnis der KüfA*. Wir haben zwar den Konsens, dass wir immer vegan kochen, was für Einige mehr und für Andere weniger eine Herzensangelegenheit ist. Über andere Fragen, wie z.B. ob und wie viel wir regionale oder Bioprodukte verwenden, haben wir noch keine Verständigung. Wir haben aber ein Auge auf Aspekte wie die Verwendung von diesen Produkten, das Machbar-Halten der Spendenempfehlung und die Realisierung des politischen Engagements unter einen Hut zu bekommen. So sieht letztendlich jede KüfA* ein bisschen anders aus.

Und was für Leute kommen so zur KüfA* zusammen?

Klara KüfA*: Wer die KüfA* umsetzt, hat sich über die Zeit verändert. Meist sind es Leute, die sich politisch engagieren oder gern ausprobieren wollen für eine Menge von Menschen etwas Leckeres zuzubereiten. Wenn ich so zurückblicke, ist die KüfA* für Einige ein Einstieg in die linke Szene gewesen. Die KüfA* findet seit mehr als 10 Jahren praktisch in unterschiedlichen Settings statt; es gab sie ja schon im Besetzten Haus Erfurt. Durch die Umbenennung von Vokü in KüfA – ich glaube, das war 2004 – wurde die Erfurter Küche für Alle bundesweit bekannt und hat eine Debatte um den Begriff “Volksküche“ ausgelöst. Naja und dann nach der Räumung 2009 verstand sie sich als Konstante, um die Menschen zusammen zu halten und tut es teilweise immer noch. Viele kennen dadurch die KüfA* und kommen nach Jahren wieder.

Die KüfA* besuchen Personen mit den unterschiedlichsten Beweggründen. Zum Teil wollen sie mit Freund*innen einen gemütlichen Abend verbringen, nicht allein, nur für sich selbst kochen und speisen, sich engagieren und/oder Lebensmittel vorbeibringen oder sich einfach nur unterhalten und austauschen: Wann ist eigentlich die nächste antifaschistische Demo oder Aktion, was geht eigentlich in Erfurt, wollen wir nicht mal…? Aber auch was alltägliche Solidarität betrifft, also wenn mensch zum Beispiel gerade Stress mit Ämtern hat, können hier Leute mit ganz verschiedenen Hintergründen ihren Senf dazugeben und schauen, was getan werden kann. Zusammen kommen Groß und Klein von 0 Jahren bis 50+ und mehr, Studierende, Erwerbstätige, Erwerbsfreie, Freigeister, Künstler*innen, Neuankömmlinge, feste Freundeskreise und diverse Vierbeiner. Auch andere Gruppen, mit denen wir mal was zusammen umsetzen, wie das Foodprojekt der L50, schauen vorbei.

Grundsätzlich sind bei der KüfA* alle willkommen, egal ob sich beteiligt, sich unterhalten oder kostengünstig gespeist werden soll. Da nur vegane Speisen auf den Tisch kommen, können auch Veganer*innen, Vegetarier*innen und Menschen, die unterschiedlichen Religionen angehören, ordentlich zulangen. Insofern Unverträglichkeiten bestehen und uns mitgeteilt werden, versuchen wir natürlich auch hierfür eine Lösung zu finden.

Wir freuen uns über alle neuen und alten Gäste, Anfragen und Unterstützung. Ort und Zeit der kommenden KüfA*s kann über die Webseite des Vetos veto.blogsport.de recherchiert werden. Gern kann man uns über die Mailadresse veto@riseup.net oder einfach direkt bei einem Besuch ansprechen.

Quelle: lirabelle.blogsport.eu, 13. Januar 2017.

Statement zur Mitgliederversammlung des Grünen Haus‘ am 11. November 2016

Am 11. November 2016 fand im Grünen Haus in Suhl eine Mitgliedervollversammlung des dort ansässigen und gleichnamigen Vereins statt. Der Verein kam zusammen, um über die „Grauzone“ abzustimmen, wie mit dieser in Zukunft umgegangen werden und wie es mit dem einzigen Hausprojekt in Südthüringen weiter gehen soll. Die Abstimmung wurde durch Einzelpersonen, Thüringenpunk, der KüfA Suhl und der Antifa Suhl/Zella-Mehlis im Vorfeld gefordert, da es zum Sommerfest am 3. September 2016 Probleme am Einlass gab. In der Abstimmung sprach man sich mit knapper Mehrheit zur Toleranz gegenüber der Grauzone aus. Wir möchten uns dazu positionieren und Stellung nehmen.

Eine Chronologie

Im Frühsommer 2015 startete wegen der katastrophal schlechten finanziellen Lage des Vereins eine Kampagne, die von uns mit getragen wurde. Die „Rettet das Haus“ Kampagne organisierte eine Vielzahl von Soli-Konzerten und Veranstaltungen. Es gründete sich zu dieser Zeit auch die KüfA Suhl, um bei Veranstaltungen durch Essen Spenden für das Haus zu sammeln. Immer wieder wurde in Publikationen, u.a. in der Alerta Südthüringen #6, auf die Wichtigkeit des Erhalts einer der letzten verbliebenen subkulturellen Zentren in Südthüringen verwiesen.

Im August fand im Haus wieder ein Soli-Konzert statt. Am Vorabend des Konzerts wurden durch bereits angereiste Bandmitglieder CDs von Nazi- und Grauzonebands (u.a. Kategorie C, Freiwild, Krawallbrüder) hinter der Bar des Hauses gefunden. Zum Konzert erhielt ein bekennender Neonazi Zutritt in das Haus und ein Problem wurde sichtbar, was schon lange besteht. Der freundschaftliche Umgang mit der Grauzone und Neonazis. Bei einer Mitgliederversammlung wurde ein lebenslanges Hausverbot für den Neonazi ausgesprochen und die CDs fanden ihren Platz, wo sie hingehören – im Mülleimer. Im Selbstverständnis des Hauses nach der Mitgliederversammlung heißt es hierzu: „Wir sind ein alternativer Raum und kein Grauzone- oder Nazischuppen!“. Die Antifa Suhl/Zella-Mehlis nahm ebenfalls Stellung zu diesem Vorfall. Das Problem schien eine positive Entwicklung zu nehmen und die Mitarbeit am Hausprojekt wurde intensiviert.

In Rauenstein veranstalteten am 14. November 2015 Einzelpersonen ein Soli-Konzert, mit welchem das Grüne Haus unterstützt werden konnte. Neue Mitglieder wurden gewonnen und die finanzielle Lage stabilisierte sich auch durch weitere Geldspenden. Am 19. März 2016 feierte Thüringenpunk sein dreijähriges Bestehen im Haus, wo es u.a. auch einen Vortrag zum Thema „Grauzone“ gab. Doch Vereinsmitglieder waren leider nur wenige unter den Teilnehmenden. Zum Sommerfest am 3. September 2016 gipfelte das Problem erneut. Der Einlass wurde diesmal durch langjährige Vereinsmitglieder übernommen. Mehrere Vereinsmitglieder erschienen provokativ mit Krawallbrüder-Shirts und erhielten Zutritt zum Konzert. Einer der Mitglieder pöbelte am Einlass Konzertteilnehmende an und zerriss dort auch die Ausschlussklausel für ‚Rechtsextreme‘. Im Laufe des Abends erschien auch eine Besucherin, die bei ThüGIDA-Demonstrationen teilnahm. Ein Eingreifen durch Teile des Vorstands oder der Hauscrew fand nicht statt, gleichwohl das Ganze von einigen Besuchern problematisiert wurde. Der Abend offenbarte, dass das geklärt geglaubte Problem mit der Grauzone weiter existiert. Deshalb wurde am 11. November eine Mitgliederversammlung einberufen, um über den Umgang mit der Grauzone abzustimmen. Das Ergebnis, auch Leuten Zutritt zum Haus zu gewähren, die sich klar einer Grauzone zuordnen lassen, wo es sich nicht gar um bekennende Nazis handelt, lässt für uns keinen Handlungspielraum.

Nicht mit uns!

Eine weitere Zusammenarbeit unter diesen Umständen mit dem Verein ist für uns nicht tragbar. Nicht nur die Grauzone ist das Problem. Immer wieder werden Vereinsmitglieder mit stadtbekannten Neonazis im Stadtzentrum angetroffen. Es kam zu verbalen Auseinandersetzungen mit teils sexistischen Äußerungen bei Mitgliederversammlungen und Konzerten.

Die Konzerte leben von ihrem Publikum, der Verein von seinen Mitgliedern. Unter den aktuellen Gegebenheiten sehen wir derzeit keine Basis mehr für eine gemeinsame Arbeit. Es liegt an jedem selbst, Konsequenzen aus der Situation vor Ort zu ziehen. Unsere Konsequenz ist es, dass wir im Haus keine Möglichkeit sehen, gewisse Standards im Umgang mit Grauzone und Neonazis oder gar eine emanzipatorische Politik durchzusetzen. Die anfängliche Hoffnung, nachhaltig etwas im Grünen Haus Suhl verändern zu können, betrachten wir nach den eineinhalb Jahren als gescheitert.

Besonderer Dank geht an alle Bands, die uns in dieser Zeit vertraut und unterstützt haben. Alle Bands und Gruppen, die in diesem Zeitraum das Haus nutzten, taten es in dem Wissen und dem Willen der Unterstützung für eine positive Entwicklung und Stärkung der antifaschistischen Strukturen vor Ort. In Zukunft liegt es an jedem selbst sich ein Bild zu machen oder nicht.

Wir sind raus.

Antifa Suhl/Zella-Mehlis
KüfA Suhl
LFWP Suhl (Konzertgruppe)
Thüringenpunk
southside kollektiv
Einzelpersonen

https://linksunten.indymedia.org/de/node/199922

Sommerpause

Wir chillen erstmal und sehen uns zum Sommerfest am 03.09.2016 im Grünen Haus Suhl wieder.

Sommerfest